Menu

Thailand

Inhaltsverzeichnis:
  1. Allgemein
  2. Klima
  3. Hauptstadt (Bangkok)
  4. Bevölkerung
  5. Religion
  6. Wirtschaft
  7. Tourismus
  8. Staat/Regierungsform
  9. Verkehr
  10. Energie
  11. Geschichte
  12. Exkurs – Tigerstaaten

Wichtige Daten:
Fläche: 513 155 km²
Einwohner: 63,8 Millionen (Stand 2006)
Hauptstadt: Bangkok
Verwaltung und Gliederung: 76 Provinzen
Amtssprache: Thai
Staatsform: Konstitutionell Monarchie
Staatsoberhaupt: König Bhumibol Adulyadej
Regierungschef: Abhisit Vejjajiva
Nationalfeiertag: 5.12
Währung: Baht
Zeitzone: 18:00 Bangkok = 12:00 MEZ
Bevölkerungsdichte 125,1 Einwohner pro km²
BIP nominal: 245 659 Mio. US$
BIP/Einwohner: 3 737 US$

 
Allgemein
Das Königreich Thailand ist ein Staat, welcher in Südostasien liegt. Zu diesem gehören etwa hundert Inseln. Das Königreich wird als konstitutionelle Monarchie regiert. Das Staatsoberhaupt ist der König Bhumibol Adulyadej, er wurde schon 1946 gekrönt.

Es nimmt somit dem zentralen und südwestlichen Teil Hinterindiens ein.
Im Osten grenzt es an Laos und Kambodscha, im Norden und Westen an Myanmar. Es hat einen Anteil an der Malaiischen Halbinsel, welche südwestlich daran anschließt. Auf dieser Halbinsel gibt es eine Grenze an Malaysia.
Hauptsiedelland und der Kernraum Thailands ist das „Menambecken“ in dessen Mitte. Es ist ungefähr 120 Kilometer lang und 100 Kilometer breit.
Dieses, nur knapp über dem Meeresspiegel liegende, Becken ist von zahlreichen Flüssen durchzogen. Die während der Regenzeit über die Ufer treten und fruchtbaren Schlamm auf die angrenzenden Felder verteilen.
Das „Menambecken“ ist von Hochländern und im Westen und Norden von Gebirgen umgeben.
Im Westen sind die Berge nur 1500 bis 2000 Meter hoch.
Im Norden werden die Berge höher. Der Doi Inthanon ist mit 2565 Metern der höchste Berg Thailands.
Da aber die Landschaft  im Westen so schroff und unwegsam ist, gibt es kaum Verbindungen nach Myanmar.
Auch Mittelthailand wird östlich des „Menambeckens“ von einem Gebirge durchzogen. Der Nordosten wird vom Khoratplateau eingenommen, das fast ein Drittel der gesamten Landesfläche ausmacht.


Thailand ist reich an Wäldern und Savannen
Mit einem Anteil von 40% an der Landesfläche ist Thailand waldreich. Am Westrand des Khoratplateaus sowie auf der Malaiischen Halbinsel gibt es tropische Regenwälder. Aber am weitesten verbreiten sind Monsun- und Trockenwälder.
Das Khoratplateau ist überwiegend mit Gräsern bestandene Savanne.


Das Klima
In Thailand herrscht ein tropisches Monsunklima. Die Regenzeit dauert von Mai bis Oktober, nur auf der Malaiischen Halbinsel findet sie von November bis Jänner statt.
Die Niederschlagsmengen liegen zwischen 1000 und 3000mm pro Jahr. Sehr feucht ist es an den Westhängen der Gebirge, spezielle in Meeresnähe. Hier kann der Niederschlag auch deutlich über 5000mm pro Jahr betragen.
Besonders trocken hingegen ist das das Innere des Khoratplateau mit nur 300mm Jahresniederschlag.
In den Ebenen ist die Temperatur generell sehr hoch. In Bangkok erreicht sie ganzjährig Werte über 30°C.
Die Auswirkungen der Monsunwinde sind abhängig von der Region.
Der Nordostmonsun im Winter bringt Trockenheit in Nordthailand, während sich die Luft über dem Golf von Thailand mit Feuchtigkeit anreichert und Regen in Südthailand verursacht


Hauptstadt (Bangkok)
Die thailändische Hauptstadt Bangkok liegt südlich im Menambecken.
Sie liegt direkt am Meer und zählt zur wichtigsten Hafenstadt Thailands (siehe Kapitel „Verkehr“).
Bis ins 20. Jh. War Bangkok von unzähligen Kanälen durchzogen, diese werden „Klongs“ genannt. Boote waren damals das wichtigste Verkehrmittel.
Mit der Entwicklung der Autos entstanden immer mehr Straßen und die „Klongs“ wurden nach und nach zugeschüttet. Einige der Kanäle sind erhalten, besonders der Stadtteil „Thon Buri“ ist noch stark von ihnen geprägt. Hier finden auch immer noch die „schwimmenden Märkte“ statt: Händler die ihre Waren in Booten anbieten.
Bis 1971 war „Thon Buri“ eine eigenständige Stadt und zwischen 1767 und 1782 sogar Hauptstadt des Reiches Siam, wie Thailand bis 1939 hieß.
1782 machte Rama I. Bangkok zur königlichen Residenz.


Bevölkerung
2006 lag die Bevölkerung Thailands bei 63,8 Millionen Menschen.
Damit zählt es zu den 20 bevölkerungsreichsten Staaten der Welt.
1850 hingegen lebten lediglich 5,5 Millionen in Thailand, 1911 waren es erst 8,2 Millionen und 1960, 26 Millionen.
In etwa 80% der Bevölkerung gehören zu den Taivölkern. Die weitaus größte dieser Gruppen sind die Thai mit mehr als 35 Millionen Menschen, die großteils in der Mitte und im Süden des „Menambeckens“ leben. Im Norden und Nordosten leben die mehr als 15 Millionen, Angehörigen der Lao, ebenfalls im Norden die Shan.
Die chinesischstämmigen Thailänder haben einen Anteil von etwa 12% an der Gesamtbevölkerung. – Sie sind hauptsächlich Nachfahren chinesischer Einwanderer und leben meist in den Städten. In den Städten machen sie einen großen Teil der Bevölkerung aus, da immer noch mehr als zwei Drittel der Thailänder auf dem Land leben.
Im Norden siedeln verschiedene Bergvölker, darunter Karen und Mon, die ab dem 18. Jh. über Myanmar (Früher Birma) in diese kaum besiedelten Gebiete kamen.
Ihre Haupteinnahmequelle ist die Produktion von Schlafmohn.
Der Norden Thailands ist Teil des „Goldenen Dreiecks“. Dieses beinhaltet die Region im Grenzgebiet von Laos, Thailand und Myanmar. In diesem Gebiet wird Schlafmohn angebaut, der später zu Heroin verarbeitet wird.
Das „Goldenen Dreieck“ befindet sich geographisch dort wo der Fluss Ruak in den Mekong mündet.

Im Süden, auf der Malaiischen Halbinsel ist ein großer Teil der Bevölkerung malaiischer Herkunft. Im Südosten, im Grenzraum zu Kambodscha, leben viele Khmer.

Bevölkerungswachstum gebremst
Verglichen mit seinen Nachbarländern ist Thailand sehr dicht besiedelt. Besonders viele Menschen siedeln im „Menambecken“ und in der Hauptstadt Bangkok (Alleine dort leben etwa 10% der Gesamtbevölkerung).
Um eine weitere Verdichtung zu verhindern (In den sechziger Jahren lag das Bevölkerungswachstum bei 3,2% pro Jahr), haben die Regierungen seit den 1980er Jahren umfangreiche Familienplanungsprogramme aufgelegt. Heute liegt das jährliche Bevölkerungswachstum bei weniger als 1%.


Auch der Lebensstandard ist verglichen mit den anderen Ländern Hinterindiens sehr gut. Die neunjährige Schulpflicht wird allgemein wahrgenommen und der Schulbesuch ist kostenlos. Daraus resultiert das erfreuliche Ergebnis von einer Analphabetenquote von „nur“ 5%. Dies entspricht dem Standard der westlichen Industrieländer.
Ebenso die Lebenserwartung von 69 Jahren, sie ist deutlich höher als in den Nachbarländern.


Religion
95% aller Thailänder gehören dem Buddhismus an. Es gibt mehr als 20 000 buddhistische Klöster mit mehr als 300 000 Mönchen.
In Thailand gibt es auch einen nationalen Mönchsrat, dem der König, welcher Buddhist sein muss, vorsteht.
Gleichzeitig hat der König allerdings auch die Aufgabe die Religionsfreiheit zu garantieren. Die größte Minderheit, die muslimischen Malaien, mit etwa 4%, leben im Süden Thailands.
Weitere religiöse Minderheiten sind Christen (mit 0,6%) und Hindi (mit 0,1% - was in etwa 65 000 Menschen entspricht).
Lediglich 0,4% aller Menschen sind als religionslos zu bezeichnen.


Wirtschaft
Thailands Haupthandelspartner sind vor allem westliche Industriestaaten wie die USA, Deutschland und Großbritannien. Aber auch Singapur, Japan und der südliche Nachbarstaat Malaysia sind von großer Bedeutung.
In den Jahren 1987-1997 war Thailand einer der Wachstumspole Asiens.
Investoren aus den USA, aus Japan, aber auch aus den wohlhabenderen Ländern Südostasiens bescherten dem Land eine jährliche Zuwachsrate beim Bruttoinlandprodukt von über 8%.
Das gute Ausbildungsniveau der Arbeiter und deren gleichzeitig niedrige Lohnkosten und Sozialauflagen zogen sehr viele Investoren an.
Vor allem die Industrie boomte dadurch. Thailand produziert Güter der Elektro- und Elektronikindustrie, besitzt chemische Werke und stellt Autos und Maschinen her.
Währungsspekulationen mit dem Baht beendeten nicht nur diesen Aufschwung sondern lösten auch die sogenannte Asienkrise aus, die weltweite Auswirkungen hatte.

Inzwischen hat sich die Wirtschaft wieder etwas erholt und wächst wieder. Mehr als 40% des Bruttoinlandproduktes stammen aus dem Industriesektor. In diesem sind etwa ein Viertel aller Erwerbstätigen beschäftigt.
Der Aufschwung und die damit verbundene Verbesserung des Lebensstandards kommt allerdings nur einem Teil der Bevölkerung zugute. Da 70% der hochwertigen Erzeugnisse aus dem Großraum Bangkok stammen.
Über 40% aller Erwerbstätigen sind immer noch im Landwirtschaftsektor tätig. In diesem überwiegen Kleinstbetriebe. Die Bauern zählen zu Selbstversorgern, allenfalls bieten sie ihre Ware auf regionalen Märkten an.
Zu den wichtigsten thailändischen Holzarten zählen Teak und Yang. Das Holz des Teakbaums, der Laubbaum ist in den Monsunwäldern Süd- und Südostasiens heimisch, ist sehr wertvoll und in westlichen Ländern begehrt.
Thailand ist außerdem reich an Bodenschätzen. In der nördlichen Provinz Lampang findet man hauptsächlich Braunkohle (siehe Kapitel Energie), weißen Ton und Marmor. Der Ton wird überwiegend bemalt und ins Ausland exportiert.
Da etwa nur etwa 12% der Fläche landwirtschaftlich genutzt werden und 62% von Wald bedeckt ist, ist diese Provinz „industriell geprägt“.


Ananas, Reis und Kautschuk
In einigen Agrarbereichen gehört Thailand allerdings zur Weltspitze. Das fruchtbare Land, von dem 40% agrarisch genutzt werden, gehört zu den größten und wichtigsten Reisproduzenten sowie Exporteuren. Ebenso ist es bei der Produktion und Ausfuhr von Naturkautschuk und Ananas marktführend.
Die Schweine- und Geflügelzucht Thailands hat auch einen hohen Stellenwert, doch sind diese genau wie der Fischfang eher Landes intern relevant.


Tourismus
Seit den 1960 Jahren hat sich Thailand zu einem sehr bedeutenden Tourismus Gebiet entwickelt. Die Möglichkeit von Langstreckenflügen machte Thailand für Europäer und Amerikaner erreichbar.
Sehr förderlich für die Entwicklung des Tourismus waren die Regierungen, welche immer eine Tourismusfördernde Politik praktizierten.
Im Jahr 2007 wurden 14,5 Millionen Ankünfte verzeichnet, davon kamen mehr als die Hälfte aus Asien und ein Viertel aus Europa. Es wurden in etwa 750 000 Deutsche, Österreicher und Schweizer gezählt. Diese blieben im Durchschnitt knapp zehn Tage.
Die Einnahme durch den Tourismus betrugen 2006 etwa 490 Milliarden Baht (Entspricht in etwa 10 Milliarden Euro).

Die wichtigsten Tourismusarten sind Erholungsreisen, Besichtigungsreisen und Geschäftsreisen.
Ebenso der Sextourismus, welcher nach wie vor ein großes Problem darstellt. Denn die organisierte Kriminalität, bei Prostitution und Kinderprostitution, geht mit ihm Hand in Hand.
Aufgrund der jüngst angestiegenen HIV-Infektionen hat die Regierung eine Aufklärungskampagne gestartet, die weltweit als vorbildlich gilt.


Staat/Regierungsform
Die Rechte des Königs sind stark eingeschränkt. Er kann in Notzeiten zwar Verordnungen mit Gesetzeskraft erlassen, diese müssen allerdings von Parlament bestätigt werden.
1997 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, welche vor allem der weit verbreitete Korruption Einhalt gebieten sollte. Laut dieser müssen die Parlamentarier zu Beginn und am Ende ihrer Abgeordnetentätigkeit ihre Vermögensverhältnisse offen legen.
Sollten sie zu Mitgliedern der Exekutive berufen werden, müssen sie ihr Mandat niederlegen.
Thailands Zweikammerparlament besteht aus dem Repräsentantenhaus und dem Senat.
Das Repräsentantenhaus hat 500 Abgeordnete, welche alle 4 Jahre neu gewählt werden. Im Senat sitzen 200 Mandatsträger, die alle sechs Jahre gewählt werden.
Alle Thailänder die älter als 19 Jahre sind, unterliegen der Wahlpflicht. Der Ministerpräsident wird zwar vom König ernannt, ist aber dem Parlament gegenüber verantwortlich.


Verkehr
Thailand verfügt über ein Straßennetz von etwa 50 000 km, die großteils asphaltiert sind. 1960 waren es nur 7450 km.
Es herrscht Linksverkehr. Da mehr als 60% aller Pkws in Bangkok registriert sind, leidet dieses täglich unter Staus.
Im Rest den Landes in weiterhin das Motorrad das gängigste Transportmittel. Etwa 65% aller in Thailand registrieren Fahrzeuge sind Motorräder.
Über die Straßen wird auch ein Großteil des öffentlichen Verkehrs abgewickelt. Es gibt ein ausgeprägtes Netzwerk von Linienbussen.

Die Binnenschifffahrt spielt nach wie vor eine wichtige Rolle. Der bedeutendste Überseehafen ist Bangkok, in dem ein Großteil des thailändischen Außenhandels abgewickelt wird.

Im „Menambecken“ stehen der Schifffahrt 10 000 km Wasserwege zur Verfügung.
Die zerklüfteten Gebirge im Grenzgebiet zu Myanmar sind verkehrstechnisch eine große Herausforderung. Über den Mekong spannt sich seit 1994 die
Freundschaftsbrücke als wichtigste Verbindung nach Laos.
Die Eisenbahn hat einen geringen Stellenwert. Die wichtigste Linie ist die Nord-Süd-Verbindung zwischen Chiang Mai und Bangkok.


Energie
Thailands Energieversorgung basiert großteils auf fossilen Brennstoffen. 2007 wurden 42% des gesamten Energieverbrauchs durch Rohöl gedeckt. 38% durch Erdgas und 15% durch Kohle. Das Erdöl wird hauptsächlich aus der Golfregion importiert.
Das Erdgas spielt eine maßgebliche Rolle bei der Gewinnung von elektrischer Energie, es wird zu 20% aus dem Nachbarstaat Myanmar bezogen.
Thailand ist eines der wichtigsten Förderländer von Braunkohle. Pro Jahr werden weit mehr als 20 Millionen Tonne gefördert. Die Ressourcen werden auf knapp 1400 Millionen Tonnen geschätzt.
Im größten Kohlewerk Thailands werden täglich 40 00 Tonnen Kohle produziert.
Dieses gewaltige Kohlewerk liegt in Mae Mo, einem östlich gelegenen Teil der Provinz Lampang. Diese Provinz liegt im Norden Thailands, etwa 600 Kilometer von Bangkok entfernt.
Vor vier Jahren wurden in Thailand ungefähr 130 Milliarden Kilowattstunden elektrische Energie gewonnen. 120 Milliarden davon mit herkömmlichen Mitteln, wie Kohle oder Erdöl. Weniger als 8 Milliarden durch Wasserkraft und nur 3 Milliarden stammen aus erneuerbaren Energiequellen.
Windenergie und Wasserkraft spielen beinahe keine Rolle. Um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern investiert Thailand stattdessen in Kohle- und Kernkraftwerke.
Allerdings wird der Energiegewinnung durch Biomasse für die Zukunft eine wichtige Rolle zugesagt.


Geschichte
Vor etwa 1000 Jahren gab es im heutigen Thailand noch gar keine Thai. Nur im Norden siedelten diese bereits vereinzelt. Die Thai sind ein aus China eingewandertes Volk.
In Mittelthailand regierten zu der Zeit schon seit 500 Jahren die Mon. Diese hatten das Königreich Dvaravati gegründet und den Buddhismus verbreitet.
Im Gegensatz zum buddhistischen Zentrum gehörte der Süden und Osten Thailands zum hinduistisch geprägten Khmerreich.
1240 gründete der Thaikönig Sri Indraditya das Reich Sukhothai. Etwa zur gleichen Zeit entstanden noch weiter Thai-Reiche, die mir der Zeit aber alle unterworfen wurden.
Die Khmer wurde zurückgedrängt und die Mon wurden sogar vernichtet.
Nur 60 Jahre, um 1300, nach der Gründung des Reiches Sukhothai erstreckte sich dieses nicht nur über das heutige Thailand sonder auch über Teile des heutigen Myanmars, Kambodschas und Laos’.
Doch schon im 14. Jh. zerfiel das Reich wieder. Aus den daraus entstanden Unruhen ging Fürst U Thong hervor. Der 1350 das später ein Reich gründete, das später unter dem Namen Siam bekannt wurde.

Im 15. Jh. wurde Siam zum mächtigsten Königreich in diesem Gebiet.
Die Portugiesen, Niederländer und Franzosen versuchen ständig sich dort festzusetzen und Einfluss zu gewinnen. Doch Siam verschloss sich, trotz dem Handelskontakte, Europa gegenüber.
Es war das einzige unabhängige Land Südostasiens, während des Kolonialismus und Imperialismus.
Siam verlor im Jahr 1767 an Ansehen und Macht. Da die Nation von den Birmanen erobert wurde, doch diese konnten noch im gleichen Jahr wieder vertrieben werden.
Als 1782 Rama I. den Thorn bestieg wurde die bis heute existente Chakridynastie begründet.

Durch seine Nachfolger näherte sich das heutige Thailand Europa wieder an und schloss Mitte des 19. Jh. Freundschafts- und Handelverträge mit Frankreich, Großbritannien und den USA.
Rama V. (1868-1910) strukturierte den Staat komplett um. Er schaffte die Sklaverei und den Frontdienst ab. Er führte zum Beispiel das Post-, Steuer-, Schul-, und Justizwesen ein. Ebenso ließ er Straßen und Eisenbahnverbindungen bauen.

Seine heutigen Grenzen erhielt Thailand weil Rama V. Gebiete, östlich des Flusses Mekong und auf der Malaiischen Halbinsel an die Kolonialmächte abtreten musste.
Siam und Japan waren lange Zeit die einzigen Länder Asiens denen gegenüber Europa und die USA Respekt entgegenbrachten.
1917 trat Siam auf der Seite der Entente in den ersten Weltkrieg ein und 1920 war es Gründungsmitglied des Völkerbundes.
1932 wurde es zur konstitutionellen Monarchie umgewandelt.

1938 riss Luang Pibul Songgram durch einen Staatsstreich das Amt des Ministerpräsidenten an sich. Er änderte den Namen, von Siam auf Thailand. – Außerdem beanspruchte er alle Gebiete in denen Thai lebten, von Indien bis China.
Thailand trat an Japans stelle in den zweiten Weltkrieg ein. Doch aufgrund der alliierten Erfolge musste Luang Pibul Songgram 1944 zurücktreten, ein Jahr später gab Thailand alle im zweiten Weltkrieg eroberten Gebiete zurück.
Doch Songgram kam zwei Jahre nach Ende des Weltkrieges wieder zurück, indem er sich durch einen Putsch an die Spitze einer Militärdiktatur setzte.

Der Diktator war Antikommunist und war somit sogar für seine früheren Gegner ein willkommener Partner.
Thailand stellte den Amerikanern sowohl im Koreakrieg als auch im Vietnamkrieg Truppen zu Verfügung und erwies sich als enger Verbündeter der USA.

Luang Pibul Songgram wurde erst 1957 gestürzt. Dadurch begann eine lange Serie von Putschen und Umstürzen.
Erst 1992, als die Demokratische Partei unter der Führung von Chuan Leekpai die Wahlen gewann, hatte dies ein Ende und die innenpolitische Lage begann sich zu stabilisieren.
Unter dieser und den nachfolgenden Regierungen wurde der Einfluss des Militärs auf die Politik verringert. Am stärksten durch die 1995 erlassene Verfassung.
Doch es finden immer noch häufig Neuwahlen statt, da die Koalitionsparteien schon oft während ihrer Legislaturperiode ihre Mehrheit verlieren.


Exkurs - Tigerstaaten
Als Tigerstaaten werden asiatische Staaten, die einen extremen wirtschaftlichen Boom erlebten, bezeichnet. Der Begriff ist besonders in den 80er Jahren geprägt worden.

Die Staaten Indonesien, Malaysia, Singapur,  Hongkong, Südkorea, Taiwan und Thailand werden zu den Tigerstaaten gezählt.
Anfangs waren es nur Südkorea, Taiwan, Singapur und Hongkong, doch seitdem der Begriff aufkam, schafften auch die anderen vier den Sprung.
Zu den Tigerstaaten gehören jene Länder die seit den 1980er Jahren in einem kurzen Zeitraum ein gewaltiges Wirtschaftswachstum hatten.
Sie entwickelten sich somit von Entwicklungsländern beziehungsweise von Schwellenländern zu Industriestaaten und näherten sich somit dem westlichen Standard an.

Im Ausgangsstadium sind diese Nationen unterentwickelt. Diese Unterentwicklung wird durch verschiedene Faktoren bewirkt. Zum Beispiel durch eine hohe Analphabetenquote, geringe landwirtschaftliche Nutzbarkeit oder Rohstoffarmut. Daraus resultiert eine hohe Abhängigkeit von Importen.
Durch das aufkommende Interesse des Westens an asiatischen Produktionen konnte man die Exportraten steigern.
Die Westmächte interessierten sich vor allem für die jetzigen Tigerstaaten, da die Lohnverhältnisse dort verhältnismäßig sehr gering waren. Weiters hatten Arbeiter in diesen Staaten auch keinen Schutz, oder gar eine Gewerkschaft.
Dadurch wurde der Grundstein zur Entwicklung von einem Agrar- zu einem Industriestaat gelegt.


Probleme der Tigerstaaten
Doch in den 1990er Jahren zählten diese Staaten nicht mehr zu den Billigproduzenten, es hatten sich nämlich Gewerkschaften gebildet und es kamen soziale Forderungen auf. Die Tigerstaaten litten darunter, dass ihre Nachbarstaaten weiterhin günstige Arbeitsbedingungen für ausländische Investoren boten.
Man reagierte, mit dem Aufbau von moderner Industrie, welche nicht mehr von ausländischen Investoren abhängig war, auf die Krise.
Aus dieser modernen Wirtschaft resultierten höhere Löhne und eine soziale Absicherung. – Es kam somit zu einer Verlagerung auf den Dienstleistungssektor.

Anfangs waren die Tigerstaaten ausschließlich auf die Niedriglohn-Industrie spezialisiert, danach nur auf die Hightech-Industrie. Mit nur einem einzigen ertragreichen Bereich machen sie sich somit sehr anfällig für Krisen.
Ein weiteres sehr großes Problem ist die Landflucht. Diese entstand weil die Industrie sich fast nur auf die Städte konzentriert.
Um diese Menschenmengen unterzubringen baute die Regierung ganze „Wohnstädte“ – für bis zu 500 000 Menschen.