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Der ungleiche Handel mit Rohstoffen

Nach dem Grad der Regenerierbarkeit werden Rohstoffe in erneuerbare und nicht-
erneuerbare eingeteilt. Erneuerbar sind nachgewachsene Rohstoffe aus dem Tier-und Pflanzenreich, aber auch anorganische Stoffe wie Wasser, Luft und Sonne. Als nicht durch menschliche Einwirkungen erneuerbar gelten mineralische und fossile Rohstoffe,
die sich in geologischen oder astronomischen Zeiträumen gebildet haben (z.B.Öl oder
Metalle).

Rohstoffe wurden vom Menschen von Beginn seiner Existenz an gewonnen, genutzt und gehandelt, Rohstoffe stellen mehr als ein Drittel aller Güter im Welthandel dar. Der globale Handel wird überorganisierte Warenterminbörsen abgewickelt. Rohstoffe sind häufig Gegenstand spekulativer Investments. Eine Investition in Rohstoffe erfolgt meist nicht in physische Bestände sondern in Termingeschäften auf Rohstoffe. 
Der überwiegende Teil des Welthandels wird innerhalb der Industrieländer abgewickelt. Die Entwicklungsländer, besonders jene in Afrika, spielen, was den Exportwert betrifft, eine sehr geringe Rolle. Infolge der Organisation des Welthandels und der internationalen Arbeitsteilung haben sie auf die Preisgestaltung keinen Einfluß. 
Welche Auswirkungen  das haben kann, will ich am Beispiel der Kakaoproduktion
aufzeigen:

Der Kakaobaum bracht hohe Temperaturen, hohe Luftfeuchte und gleichmäßige Niederschläge. Hauptproduktionsgebiet ist Afrika. Die zweimal jährlichen Ernten sind sehr arbeitsintensiv. Die Schoten werden aufgebrochen, fermentiert und verpackt.
Die weitere Verarbeitung erfolgt in den Industrieländern.
Es dominieren nur wenige Unternehmen wie Nestle, Masterfood, Danone u.Ä. den Markt, die wiederum die Produktion von Schokolade an Zulieferer auslagern. Aber mittlerweile gibt es auch hier nur mehr drei Anbieter, die rasch auf die Wünsche der großen Markenfirmen eingehen können, was kleinere Firmen in den Entwicklungsländer nicht können. Die meisten sind schon Tochtergesellschaften der
Transnationalen Unternehmen.

Die Entwicklung auf den Rohstoffbörsen verschärft die Lage, da die Produzenten keinen Einfluss auf die Preisspekulationen haben. Es wurde untersucht wie oft die Kakaobohnen vom Strauch bis zur Fabrik den Besitzer wechseln. In einem Jahr 16 mal!
Wenn wir also hören, dass die Rohstoffpreise für Kaffee oder Schokolade gestiegen sind,
bedeutet das nicht, dass der Bauer mehr bekommt. 
Da es in den Entwicklungsländer nicht möglich ist, zusätzlich wertschöpfende Aktivitäten aufzubauen, gibt es keine Impulse für die Wirtschaft. Auch ist die Kakaoverarbeitung sehr kapitalintensiv und das Angebot der Bauern auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmt. Den großen Zulieferern steht hingegen der Weltmarkt offen. 
Als Ausweg diese ökonomische Situation zu verbessern wären Zollerleichterungen für weiterverarbeitete Produkte durch die EU oder die NAFTA (Nord American Free Trade Agreement) oder die Ausweitung von fair gehandelter Schokolade, die den Bauern gerechte Preise für Ihre Produkte garantiert.