Immer mehr Jugendliche beschließen, unter dem Schuljahr oder während der Studienzeit ein Jahr im Ausland zu verbringen. Der Trend neigt dazu, in den USA bei einer Gastfamilie zu wohnen und von dort aus eine High School zu besuchen, um so den „American way of life“ aus nächster Nähe kennen zu lernen. Doch auch andere Länder wie zum Beispiel Frankreich, Großbritannien oder Finnland werden bei der Auswahl immer beliebter.

 

Einer der Vorteile die bei einem Studienjahr im Ausland besonders hervorstechen, ist mit Sicherheit die Möglichkeit, seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Nirgendwo sonst kann man die Sprache so gut erlernen wie in dem Land in dem sie gesprochen wird. Vor allem die praktische Anwendung der Sprache kann hier geübt werden, was in der Schule meist vernachlässigt wird. Die meisten Schüler fühlen sich unsicher im Sprechen, wobei die Theorie oft besser beherrscht wird. Sprache bedeutet aber Kommunikation und steht für die Fähigkeit, sich ausdrücken zu können, und dabei steht die grammatische Richtigkeit eher im Hintergrund. Im Berufsleben hilft die Theorie nicht immer, da der direkte Kontakt mit den Geschäftspartnern oder den Kunden unausweichlich ist.

 

Weiters ermöglicht es ein Aufenthalt im Ausland, seinen Horizont zu erweitern, es wird einem sozusagen auf einem goldenen Tablett serviert, ob man die Gelegenheit nutzt oder nicht. Durch das Leben im Ausland lernt man eine ganz andere Kultur und Mentalität kennen und das wiederum kann einem dabei helfen, mehr Toleranz zu entwickeln. Vor allem ist das für diejenigen die noch die Schule besuchen von großem Wert. Eine gewisse Aufgeschlossenheit und Akzeptanz für andere Menschen lässt sich daraus ableiten und das ist besonders für junge Leute gut. Sie lernen dadurch viel fürs Leben, wie zum Beispiel Selbstständigkeit, was eine gute Vorbereitung für ein Leben nach der Schule ist. Zusätzlich bekommen sie eine leise Ahnung wie die Realität ist und wenn man in jungen Jahren für ein Jahr ohne Eltern ist, ohne die Möglichkeit sie zu sehen merkt man, dass nicht alles so einfach ist, wie es scheint. Es lässt sich also nicht abstreiten, dass ein Studienjahr im Ausland zum Teil auch eine Selbstfindungsreise ist.

 

Doch selbstverständlich ist ein Studienjahr im Ausland nicht immer ein Zuckerschlecken – man muss auch einiges dafür einstecken können. Zum einem wäre hier der Zeitverlust der dadurch entsteht, auch wenn man ein Schuljahr zuhause überspringen darf. Zwar wird im Ausland einiges gelernt, was zuhause nicht unterrichtet wird, doch gibt es nur zu oft Abweichungen die beim Schultyp bereits beginnen und dadurch versäumt man Fächer und Stunden die nicht mehr nachzuholen sind. Kommt man dann nach einem Jahr wieder zurück in die Schule braucht man viel Energie und Ehrgeiz um mit den anderen wieder gleichauf zu sein.

Zum anderen führt es auch eine Änderung von Lebensgewohnheiten mit sich, da die im Ausland nicht von allen akzeptiert werden. Ausländerfeindlichkeiten und Intoleranz können das Studienjahr zum Alptraum machen.

 

Was viele Eltern nicht bedenken, wenn sie ihr Kind ins Ausland schicken ist, dass nicht jedes Kind reif dafür ist, ohne die gewohnte Umgebung, ohne Familie und Freunde weit von daheim weg zu wohnen. Oftmals werden auch die sprachlichen Fähigkeiten überschätzt, was zu Kommunikationsproblemen führt und die wiederum führen zur Vereinsamung. Es ist nicht immer leicht, soziale Kontakte zu knüpfen, besonders nicht, wenn bei der Gegenseite keinerlei Interesse an den Tag gelegt wird, wobei die Fremdsprache auch ihren Teil dazu beiträgt.

Ich selbst überlege, nach meinem Abschluss in ein englischsprachiges Land zu gehen, um das Land selbst sowie die Kultur kennen zu lernen und meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Daraus erhoffe ich mir, dass ich genauere Vorstellungen von meiner Zukunft entwickeln kann.

 

Meiner Meinung nach sollte es Jugendlichen leichter gemacht werden, im Ausland ein Studienjahr zu verbringen. Eine Änderung im Schulwesen ist dabei unausweichlich, da nicht jeder Schultyp für ein Jahr „Auszeit“ vorteilhaft ist und somit nicht alle Schüler die Möglichkeit dazu haben. Auch eine finanzielle Unterstützung wird von Nöten sein, da sich nicht alle Familien den meist teuren Unterhalt leisten können. Nicht zu vergessen ist auch die Beratung des Schülers, es sollte vor Reiseantritt in Erfahrung gebracht werden, wie das Kind mit Trennungen umgeht und auch die sprachliche Kompetenz sollte bis zu einem gewissen Grad vorhanden sein, um einen vorzeitigen Abbruch zu vermeiden.

Ich finde, dass einem ein Studienjahr im Ausland viele Vorteile bringt und wenn man Interesse an fremden Kulturen, Menschen und Sprachen hat, sollte man die Gelegenheit auf alle Fälle nutzen.

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