Die folgende Arbeit wurde auf ihre Schreibrichtigkeit geprüft!
 
Irgendwann befällt es jeden von uns: das Fernweh, die Verlockung, alles einfach hinter sich zu lassen und in etwas Neues, Unbekanntes aufzubrechen. Die meisten unserer Zeitgenossen leben diesen Drang dadurch aus, dass sie in den Urlaub fahren. Doch es gibt mittlerweile auch viele, die gerne noch einen Schritt weitergehen wollen, und der wäre, eben nicht nur für zwei Wochen wegzufahren, sondern gleich für immer. Aber an dieser Stelle sollte man sich vielleicht erst einmal fragen: Was spricht für und was gegen das Auswandern?
 
Gegen das Auswandern spricht wohl zunächst einmal, dass man einfach alles zurücklassen muss. Sicher kann man einige Habseligkeiten mit in sein neues Leben nehmen, doch all seine Freunde, Bekannten und Verwandten wird man wohl oder übel zurücklassen müssen. Das dürfte bei besonders engen Freunden und insbesondere bei den Familienangehörigen sehr schwer fallen, was sich an folgendem Beispiel veranschaulichen lässt:
 
Das Schlimmste, was zwei Verliebten passieren kann, ist doch die Trennung voneinander, in diesem Fall, die räumliche Trennung. So scheinen sieben Tage auf einmal die Länge von einigen Jahrhunderten zu haben und vollkommen unerträglich zu sein, wenn, aus welchen Gründen auch immer, der Partner oder die Partnerin nicht an der Seite des anderen sein kann. So ähnlich könnte es jemandem auch mit den oben angeführten Personengruppen ergehen, wenn auch vielleicht nicht in dieser geschilderten, extremen Form.
Ebenfalls bei der Überlegung des Auswanderns anzuführen wären die Kosten, die nicht gerade gering ausfallen würden. Wenn man sich also tatsächlich zum Auswandern durchgerungen hat, sollte man sich überlegen, ob man über genügend Eigenkapital verfügt. Hat man nämlich den Flug zusammengespart und hofft dann, dass man es in der neuen Heimat vom Tellerwäscher zum Millionär bringt, so wird man vermutlich schneller als gedacht auf der Straße landen. Daran sollte jeder, der in der Realität lebt, keinen Zweifel hegen.
 
Im Übrigen ist, neben den vorausgesetzten, finanziellen Mitteln, noch einiges andere erforderlich, um erfolgreich zu emigrieren. So braucht man z.B. ein ziemlich ausgeprägtes Organisationstalent, um erst einmal eine günstige Wohngelegenheit und eine Arbeitsstelle zu finden, womöglich noch von der Heimat aus. Es ist schließlich wichtig, möglichst schnell Fuß zu fassen.
Auch verlangt das Auswandern dem Menschen eine große Anpassungsfähigkeit ab. Nicht nur die Bräuche und Sitten betreffend, sondern auch insbesondere, was das Klima und die Nahrung angeht. Wer z.B. bei heißem Wetter Kreislaufprobleme bekommt, sollte sich noch einmal überlegen, ob er nach Australien auswandern will, das übrigens das von deutschen Auswanderern bevorzugte Immigrationsland ist. Ebenso sollte sich jemand mit sehr empfindlichem Magen überlegen, ob er fähig zum Auswandern ist.
Indes spielt auch die Sehnsucht eine Rolle, speziell jene nach der Heimat. Es gibt nämlich genug Leute, die vor Heimweh krank werden, geistig wie körperlich.
Auf der anderen Seite bietet das Auswandern auch eine Reihe Vorteile, die all die genannten Nachteile zu überschatten vermögen.
 
Einer dieser Vorteile wäre sicher die Perfektionierung gewisser Sprachkenntnisse, die eventuell vor der Auswanderung schon vorhanden waren oder erst durch diese erworben wurden.
Mehr noch als das Erlernen der Sprache fällt jedoch die Aneignung der Bräuche und Sitten ins Gewicht. So wird einem durch das Auswandern eine ganz neue Lebensweise offenbart, die den ‚Horizont‘ des Emigranten erweitert und so einen positiven Einfluss auf dessen Charakter bewirkt. Man könnte fast sagen, dass aus dem alten Menschen ein neuer wird, so sehr können die Lebensumstände einen Menschen verändern. Nehmen wir als Beispiel das Schönheitsideal eines jeden Landes. Wer hier vielleicht noch dreimal wöchentlich Solariumsbesucher war, verbringt in Mexiko den Tag im Haus, um keine braune Haut zu bekommen.
 
So hätte man allerdings auch wenig von dem berühmten ’schönen‘ Wetter, wie immer ein jeder dies auch definieren möge, das wohl mit der bedeutendste Grund für jeden Auswanderer ist, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Denn wer freut sich nicht, wenn draußen das Wetter herrscht, das er am liebsten hat, sei es nun Sonne und 40 Grad, Regen, Schnee oder was auch immer?
Darüber hinaus kann man durch das Auswandern nicht nur ungeliebtem Wetter aus dem Weg gehen, sondern auch bestimmten Personen, Bräuchen, politischen Ansichten, der Politik allgemein, familiären Problemen und Entsprechendem mehr. So wandern doch die meisten Leute wegen ihrer Unzufriedenheit bestimmten Dingen gegenüber aus. Und das mit Recht. Warum sollte man sich mit etwas herumschlagen, wenn man es auch vermeiden kann? Ist es nicht tausendmal besser, Derartiges einfach hinter sich zu lassen und dazu noch etliche Vorteile zu erhalten?
Am wichtigsten ist doch, dass man selbst glücklich wird, und wenn man es hier nicht ist, warum dann nicht ein ganz neues Leben anfangen? Alles hinter sich lassen, schlechte Angewohnheiten, einen miesen Ruf, soziale oder familiäre Probleme, all das nimmt man einfach nicht mit. Man hat die Möglichkeit, alles besser zu machen, neue Kontakte zu knüpfen und sein individuelles Glück zu finden.
 
Meine Meinung, dieses Thema betreffend, ist geteilt. Einerseits würde ich gerne auswandern, weil es mich sehr reizen würde, etwas vollkommen anderes kennen zu lernen und meine Anpassungsfähigkeit auf die Probe zu stellen. Ich glaube, dass es für meinen Charakter und für mein Ich nur gut sein könnte, so etwas zu tun. Doch andererseits liebe ich meine Heimat, meine Familie und meine Freunde und würde um keinen Preis von ihnen fort wollen. Jedenfalls jetzt noch nicht.

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