Autor
Gustav Meyrink wurde am 16.1. 1869 in Wien geboren. Er hatte schwer unter seiner unehelichen Herkunft zu leiden, sein Vater war württembergischer Staatsminister, seine Mutter eine bürgerliche Hofschauspielerin. Aus den damit verbundenen Problemen ergab sich eine Produktivität, seine ständige Suche nach der Lösung durchzieht sich durch sämtliche Werke- fündig wurde er nie.
1889 gründete er gemeinsam mit einem Neffen Christian Morgensterns in Prag ein Bankhaus. Sein exzentrisches Auftreten und sein Interesse für alle Bereiche des Okkulten machten ihn bald zum bewunderten und angefeindeten Mittelpunkt der Prager Boheme. 1901- 1909 war er Mitarbeiter des „Simplicissimus“. Nach der 1913 erschienen zeitkritisch—satirischen Novellensammlung „Des deutschen Spießers Wunderhorn“ begründete  1915 der Roman „Der Golem“ seinen literarischen Ruhm. Auch in den nachfolgenden Werken gestaltete Meyrink sein esoterisches Wissen, das er aus den europäischen und asiatischen Quellen bezog. Er unterhielt Kontakte zu Freimaurern und orientalischen Orden, zu Spiritisten und Okkultisten und war bestens bewandert in schwarzen magischen Praktischen. Gestorben ist er am 4. 12. in Starnberg.
 
Inhalt
Im Roman „das grüne Gesicht“ dringt er in besondere Tiefen, während des Schreibens trieb das Schicksal ein launiges Spiel mit ihm. Kaum hatte er „Der grüne Mann von Amsterdem“ als Titel für sein Werk gewählt, so war dieser plötzlich als Filmplakat an allen Reklamesäulen zu lesen- derartige Zufälle wiederholten sich mehrfach. Man sagt, dass dieses Werk in seiner endgültigen Fassung neben „dem Golem“ die geschlossenste innere und äußere Form zeigt. Meyrink erzählt in diesem Werk in leichter Verhüllung in diesem Roman von einem entscheidenden Abschnittseiner innersten Entwicklung. Die Überwindung des Körpers durch den Geist ist das Leitmotiv, theurgische(=völkerkundliche) Haltung bestimmt den Mystiker Swammerdam „ Wenn Sie im Ernst wollen, dass ihr Schicksal galoppiert, müssen sie- ich waren sie davor und rate es ihnen zugleich, denn es ist das einzige, was der Mensch tun soll, – müssen sie ihren innersten Wesenskern, den Wesenskern, ohne den sie eine Leiche wären (und sogar nicht einmal das) anrufen und ihm- befehlen, dass er sie den kürzesten Weg zu dem großen Ziel führt, – dem einzigen, sodass des Erstrebens wert ist, sowenig Sie es jetzt auch erkennen, – erbarmungslos, ohne Rast, durch krankheit, Leiden, Tod und Schlaf hindurch, durch Ehren, Reichtum, und Freude hindurch, immer hindurch wie ein rasendes Pferd, das einen Wagen vorwärts reißt über Äcker und Steine hinweg und an den Blumen und blühenden Hainen vorbei! Das nenne ich Gott rufen. Es muss sein wie ein Gelöbnis vor einem lauschenden Ohr.“
Wenn der Aufruf misslingt, dann senkt sich der Geist der Verwirrung über die Suchenden und Usipebus dunkle Kräfte finden ihre Opfer. Meyrink zeigt an den einzelnen Gestalten der holländischen Mystikergruppe die möglichen Wege und Irrwege auf. Hinter allen steht Chidher Grün, sein Geheimnis enthüllend „die vergängliche Liebe ist eine gespenstische Liebe. Wo ich aber auf Erden eine Liebe keimen sehe, die über die Liebe zwischen Gespenstern hinauswächst, da halte ich meine Hände wie schimmernde Äste über sie zum Schutz gegen den früchtepflückenden Tod, denn ich bin nicht nur das Phantom mit dem grünen Gesicht, – ich bin auch Chidher, der ewig grüne Baum.“ Hauberrissser und Eva erreichen das Ziel der „Heiligen Hochzeit“.
Gerade im „Grünen Gesicht“ gibt Meyrink einen nur wenig verhüllten Stufenweg der Entwicklung vom 3- dimensionalen Zustand bloßen Daseins in den mehrdimensionalen psychischen Zustand des „Wachseins“.

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