Zum Autor:

William Shakespeare wurde 23. April 1564 in Stratford-on-Avon, Warwickshire, geboren. Sein Vater war ein angesehener Landwirt und Händler, seine Mutter stammte aus einem alten, aber unbedeutenden Adelsgeschlecht.
William erhielt dank der Amtposition seines Vaters eine gute Ausbildung. Dennoch besuchte er später keine Universität.
Im Jahre 1582 heiratete er Anne Hathaway, durch die er am 26. Mai 1583 Vater von Tochter Susanna und am 2. Februar 1585 Vater von den Zwillingen Hamnet und Judith wurde.
Ab 1594 gehörte er als Schauspieler den „Lord Chamberlain’s Men“, ab 1603 mit Erlaubnis James I. „King’s Men“ an. Diese Gruppe besaß den damals besten Schauspieler, Richard Burbage, später das beste Theater, das Globe-Theatre, und den besten Dramatiker, eben William Shakespeare.
Ab 1599 spielte die Truppe vor allem im eigenen, berühmten Globe-Theatre, bei dem Shakespeare auch finanzieller Teilhaber war; er galt dabei als gewandter Geschäftsmann.
Das Drama „Ein Sommernachtstraum“ entstand in den Jahren 1594 und 1595 und ist eines der besten Festspiele der Weltliteratur.
William Shakespeare starb am 23. April 1616.


Wichtige Werke:         „Romeo und Julia“ (1594 – 1596)
                                   „Hamlet“ (1600)
                                   „Othello“ (1603)
                                   „Macbeth“ (1603)
                                   „Julius Cäsar“ (1598)
                                   „Der Kaufmann von Venedig“ (1596)


Die Personen im Stück:          
–     Lysander: Liebhaber von Hermia
          Demetrius: Verlobter von Hermia
          Hermia: Verlobte von Demetrius, aber in Lysander verliebt
          Helena: verliebt in Demetrius, der nichts von ihr wissen will
          Theseus: Herzog von Athen
          Hipployta: Theseus’ Verlobte
          Oberon: König der Elfen
          Titania: Königin der Elfen
          Droll: ein Elfe, Diener des Oberos
          einige Elfen
          Rüpel, die ein Theaterstück aufführen

Zum Inhalt:
Die ganze Geschichte spielt in Athen und in einem nahegelegenen Wald. Die Rahmenhandlung in diesem Drama ist die Hochzeit von Theseus und Hippolyta, die auf den 2. Mai fällt. Kurz vor der Vermählung erfährt der Herzog, dass Hermia nicht Demetrius, wie ihr Vater es vorschreibt, heiraten will, sondern mit Lysander zusammen sein möchte. Doch da der Vater mehr Sagen hat, befiehlt Theseus, dass Hermia den Demetrius heiraten müsse, da ihr sonst der Tod oder ewige Keuschheit droht.

Daraufhin beschließen Lysander und Hermia, sich in einem abgelegenen Wald des Nachts zu treffen, um aus Athen zu fliehen und zusammen ein neues Leben zu beginnen. Helena hört von diesem Plan und um sich bei Demetrius einzuschmeicheln, erzählt sie ihm alles, woraufhin dieser wutentbrannt beschließt, ebenfalls zum Zeitpunkt im Wald zu erscheinen, um Hermia daran zu hindern, mit Lysander zu gehen.

Die Nacht ist gekommen, doch es passiert einiges, bevor alle zu dem kommen, was die wirklich wollen: Oberon, König der Elfen, und Titania, seine Gattin, treffen sich auch in dem besagten Wald und streiten sich aus Eifersucht. Daher will Oberon Titania einen Streich spielen, indem er ihr durch seinen Diener, den Droll, einen Zaubersaft in die Augen tröpfeln lässt, der bewirkt, dass sie sich in das erste Wesen, welches sie beim Aufwachen erblickt, unsterblich verliebt. Dies ist einer der hässlichen Rüpel, die in ebendieser Nacht das Theaterstück „Pyramus und Thisbe“ proben, das sie zur Hochzeit von Theseus und Hippolyta aufführen wollen.

Doch Oberon ist nicht zufällig in dem Wald, in dem sich Hermia und Lysander treffen wollen. Er will Demetrius denselben Zaubersaft in die Augen tröpfeln lassen, damit er sich in Helena verliebt und jedes Paar seinen eigenen Weg gehen kann. Doch der Droll bringt einiges durcheinander, da er den Saft irrtümlicherweise Lysander verabreicht, welcher sich dann in Helena verliebt und von Hermia nichts mehr wissen will. Oberon bemerkt den Fehler schnell und nach einigem Bemühen kann er alles rückgängig machen und es so einrichten, dass Demetrius doch noch zu seinem Zauber kommt und sich in Helena verliebt. Auch seine Gattin befreit er wieder vom Zauber und die beiden versöhnen sich.

Am nächsten Morgen treffen Theseus, Hippolyta und Hermias Vater zufällig die beiden Liebespaare und wundern sich gewaltig darüber, wie sich alles gewendet hat. Es wird beschlossen, eine dreifache Hochzeit noch am selben Tage abzuhalten. Auch die Rüpel kommen letztendlich zu ihrem Auftritt und somit findet das Stück ein gutes Ende.

Interpretation:
„Ein Sommernachtstraum“ ist ein dramatisches Festspiel, und zwar eines der besten der Weltliteratur. Dennoch ist nicht genau bekannt, auf welches Fest sich das Stück bezieht. Man nimmt aber an, dass es sich um die Hochzeit vom Grafen von Derby im Jahre 1594 handelt.

Unklar ist auch, für welches Datum er das Drama geschrieben hat, denn die Quellen sind widersprüchlich: Einerseits soll er es für den 2. Mai geschrieben haben, andererseits beschreibt er darin Unwetter und Sturmfluten, die erst im Juni und Juli des Jahres stattfanden. Es wird vermutet, dass Shakespeare nur deshalb auf den Mai anspielt, weil laut dem englischen Dichter Geoffrey Chaucer in diesem Monat die Hochzeit zwischen Theseus und Hippolyta stattgefunden haben soll. Auch der Titel bestätigt, dass es sich nicht um den Mai handeln wird, sondern um den 21. Juni, den Tag, an dem sich die Sonnenwende vollzieht und an dem einer alten Sage nach die Geister, die Elfen, angeblich verrückt spielen.

Shakespeare hat sich einen Großteil seiner Informationen aus historischen Quellen geholt, wie vom oben schon erwähnten Chaucer, von dem er nicht nur die Rahmenhandlung als solche übernommen hat, sondern auch die Geschichte mit dem jungen Mädchen, das von zwei Männern, Palamon und Arcitas im Geschichtlichen, umworben wird, die dann aufgrund dieser Tatsache voller Hass gegeneinander sind.

Eine weitere Quelle waren die „Metamorphosen“ des römischen Dichters Ovid, der darin die Liebesgeschichte zwischen Pyramus und Thisbe beschreibt. Das alles konnte Shakespeare für sein Lustspiel gut gebrauchen. Dann kam ihm noch die Idee, eine Elfenwelt einzubauen, die natürlich frei erfunden ist. Diese Elfenwelt ist die Grundlage unserer heutigen Vorstellungen von Elfen.

Der Elfe Droll hat eine sehr volkstümliche Rolle in diesem Stück – er wird als eine Art Hofnarr und Diener des Oberon dargestellt, der durch seine gutmütig-boshaften Streiche bei Alt und Jung bekannt wurde. Im Prinzip kann man auch da wieder eine Parallele ziehen und zwar zum Liebesgott Cupido, der Menschen mit Liebe verzaubert hat, egal, wie diese aussahen oder was für eine Stellung sie hatten. Dieser hatte also mehr oder weniger die Macht darüber, wo die Liebe hinfällt, genauso wie der Droll im „Sommernachtstraum“, der mit seinem Zaubersaft das bewirken kann, was Cupido mit seinen Pfeilen bewirkt hat.

„Ein Sommernachtstraum“ ist mit dem Zusammenspiel verschiedenster Elemente und viel Phantasie Shakespeares originellstes Drama geworden. Beachtenswert ist die Art wie die insgesamt fünf Liebespaare miteinander und mit den eigentlich indirekt dazugehörenden Personen zu einem komplexen Strang verflochten sind.

Viele Dichter haben sich Shakespeare zum Vorbild genommen, wie z.B. Goethe, Lessing oder Schiller, die erst 200 Jahre später im Zeitalter der Aufklärung Werke geschrieben haben. Auch oder gerade deswegen ist Shakespeare der wichtigste Vorläufer der heutigen Literatur und überhaupt einer der bedeutendsten und bekanntesten Dichter der Neuzeit, ohne den die Literaturgeschichte um einiges ärmer wäre.

Persönliche Stellungnahme:
Mit hat das Stück zu meinem eigenen Erstaunen sehr gut gefallen, denn als ich ungefähr drei Seiten gelesen hatte, war ich dem Verzweifeln nahe – ich wusste weder um was es ging, noch kam ich sonderlich gut mit der Sprache zurecht. Doch nach und nach bekamen die Worte einen nachvollziehbaren Sinn und trotz recht komplexer Handlung habe ich mich bald gut ausgekannt. Da mir die Geschichte fast völlig unbekannt war, war auch das Ende spannend und überraschend und teilweise unerwartet.
Nachdem ich nun einige Hintergrundinformationen kenne, bin ich zu der Meinung gekommen, dass Shakespeare nicht wirklich viel mit diesem Lustspiel ausdrücken wollte, sondern dass es in erster Linie einfach nur zur Unterhaltung dienen soll.
Wirft man aber einen zweiten Blick darauf, kommt man vielleicht zu dem Schluss, dass Shakespeare ausdrücken wollte, dass, wenn man fest an die Liebe glaubt, sie auch so in Erfüllung geht, wie man sich das wünscht und dass man nie aufgeben sollte, auch wenn eine Situation noch so aussichtslos erscheint.
Man kann also, wie üblich, viel in die Stücke großer Dichter hineininterpretieren, doch in diesem Fall bin ich schon der Überzeugung, dass Shakespeare nur auf ein paar unterhaltsame Stunden im Theater hinauswollte.

Quellen:          
Meyers Neues Handlexikon (1971)
Nachwort und Erläuterungen in der verwendeten Ausgabe (Reclam
Universal- Bibliothek Nr. 73)

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