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| Anleitung zum Schreiben einer Erörterung |
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Inhaltsverzeichnis1. Definition
Erörtern bedeutet die Auseinandersetzung mit einer Sachfrage, einer These, einem Problem oder einer Meinung. Jeder Mensch ist tagtäglich gezwungen, sich mit bestimmten Fragen, Problemen oder Erfahrungen auseinander zu setzen, zwischen Alternativen eine Entscheidung zu treffen, Einigung in Streitfragen herzustellen, Situationen zu überdenken und zu beurteilen, sich über Sachverhalte klar zu werden, sie mit den eigenen Kenntnissen in Beziehung zu setzen und persönlich Stellung zu nehmen. Erörtern nennt man jenes Überlegen, Vergleichen und Abwägen, das einem Urteil, einer Entscheidung vorausgeht.
2. Ziel
Die Erörterung dient dazu:
3. Vorraussetzungen
Die Grundvoraussetzungen jeder Erörterung sind gute Sachkenntnisse und eine fundierte Argumentation. Argumentieren heißt: seine Behauptungen oder Meinungen begründen und beweisen. Überzeugungskraft erhalten Argumente nur dadurch, dass sie von Begründungen gestützt werden. Eine vollständige Begründung (Argumentation) umfasst Argument, Beweis und Beispiel und führt vom Abstrakten (These) zum Konkreten (Beispiel).
4. Arten der Erörterung
Folgende Arten der Erörterung werden unterschieden:
Die sachbzogene Erörterung oder auch lineare Erörterung:
Dabei ist das Thema als Sachfrage formuliert (z.B. Wie stellen Sie sich den sinnvollen Einsatz des Internets beim Lernen vor?) Diese Erörterungstyp gibt Antwort auf eine Ergänzungsfrage und verlangt in erster Linie Sachverhaltsdarstellungen. Es muss etwa erklärt werden, wie das Lernen über Internet funktioniert oder was überhaupt der Begriff"Internet" bedeutet.
Die dialektische oder problembezogene Erörterung:
Dabei ist das Thema als Wertfrage gestellt (z.B. Sind Printmedien Orientierungshilfen oder Instrumente der Massenmanipulation? ) Bei dieser Form der Erörterung wird eine Stellungnahme zu einem Problem erwartet - Entscheidungsfrage - Pro und Kontra muss gegeneinander abgewogen werden. Stellungnahme und Positionierung werden am Schluss erwartet.
Die Problemerörterung anhand von Texten:
Sie hat einen Text zur Grundlage, in dem sich ein Verfasser zu einem Problem äußert und eine bestimmte Meinung vertritt, z.B. zu einem aktuellen Zeitungsartikel. Die Grundvoraussetzungen jeder Erörterung sind gute Sachkenntnisse und eine fundierte Argumentation. Argumentieren heißt: seine Behauptungen oder Meinungen begründen und beweisen. Überzeugungskraft erhalten Argumente nur dadurch, dass sie von Begründungen gestützt werden. Eine vollständige Begründung (Argumentation) umfasst Argument, Beweis/Beleg (Begründung) und Beispiel und führt vom Abstrakten (These) zum Konkreten (Beispiel). 5. Aufbau einer Erörterung
Jede Erörterung muss einen klaren, übersichtlichen und folgerichtigen Aufbau haben. Erörterungen sind zielgerichtet; sie sollen zu einem Urteil, zu einer Entscheidung führen. Der Weg zu diesem Ziel, also das methodische Vorgehen, ist durch logische Einzelschritte (Argumentationen) charakterisiert.
Die Texterörterung, die eigentlich eine Problemeröreterung anhand eines Textes ist, wird immer häufiger bei Klausuren und auch Aufnahmeprüfungen in diversen Fachhochschulen verlangt. Bei der Texterörterung findet die Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen und literarischen Werken auf zwei Ebenen statt: mit dem Text selbst und mit Meinungen zum Text (Sekundärliteratur).
Einleitung - Einführung in das Thema
Die Einleitung hat bei der Problemerörterung großes Gewicht. Sie soll die Aufmerksamkeit des Lesers fesseln und ihn zum Weiterlesen animieren, ohne dabei die eigentlichen Argumente oder Gesichtspunkte des Hauptteils inhaltlich vorwegzunehmen. Die Einleitung sollte knapp sein (ca. 1/7 des Gesamtumfangs) und muss sich auf einen
Einleitungsgedanken beschränken.
Folgende Punkte sollten erwähnt werden:
Beispiele:
Eigenes Erlebnis:
“Vorgestern hat ein Lehrer mein Handy beschlagnahmt, weil ich damit auf dem Pausenhof telefoniert habe.”
Aktuelle Begebenheit:
“Ich habe gestern auf der Website „Der Lehrerfreund“ gelesen, dass Schüler/innen pornografisches und Gewalt verherrlichendes Material mit ihren Videohandys tauschen. Einige Politiker haben nun gefordert, Videohandys für Schüler/innen unter 16 Jahren auf dem Schulgelände ganz zu verbieten.”
Ereignis, das uns alle betrifft:
“Jugendliche können sich nicht mehr konzentrieren und werden in der Schule immer schlechter. Viele Menschen glauben, das liegt an dem stetig zunehmenden Medienkonsum, zu dem in zunehmendem Maße die Benutzung von Videohandys zählt. Wäre es also sinnvoll, Jugendliche möglichst von solchen Unterhaltungsgeräten fernzuhalten?”
Strikt verboten ist:
Hauptteil - Das Herzstück der Erörterung
Im Hauptteil werden folgende Punkte behandelt
Schluss - Das runde Ende der Erörterung
Aufgabe des Schlusses ist es, das Resultat darzustellen, das sich aus der vorausgehenden Argumentation ergibt.
Auf alle Fälle sollte es sich um einen "findigen" und abgerundeten Schluss handeln, der den Leser abschließend erneut für das Geschriebene einnimmt!
Strikt verboten ist:
6. Strukturmodelle
Bei der Anordnung der einzelnen Argumente einer Erörterung gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Modell I - Steigernder Aufbau
Reihe die Argumente für deine Position aneinander, sodass sich eine Steigerung ergibt, d.h., das stichhaltigste Argument steht am Ende deiner Argumentationskette, bevor du ein Fazit ziehst.
Modell II - Sanduhr-Prinzip
Bei diesem Modell werden zwei sich widersprechende Positionen systematisch aufgearbeitet und einander gegenübergestellt: Zuerst führst du Argumente, Beispiele etc. auf, die deiner eigenen Position widersprechen. Es folgen Argumente etc., die die Gegenposition entkräften und die eigene Position bestärken. Auch herbei sollte das in deinem Sinne stärkste Argument am Schluss der Argumentation stehen. Gegenüber Modell III ist es übersichtlicher, kann jedoch weniger lebendig wirken.
Modell III - Pingpong-Prinzip
Bei diesem Modell führst du die Argumente, Beispiele etc. gegen und für deine Position in laufendem Wechsel auf, wobei die Gegenpositionen sofort entkräftet werden. Auch hier steht das für dich stichhaltigste Argument, das die eigene Position stützt, am Schluss. Dieses Verfahren kommt der Alltagskommunikation mit ihrer Abfolge von Rede und Gegenrede nahe und wirkt daher in der Regel besonders lebendig. Es ist jedoch oft schwierig, passende gedankliche Übergänge zu finden.
7. Vorgang beim Erörtern
Die Erörterung einer Textvorlage verlangt:
1. das Verstehen des Inhalts des Textes, also
2. das Erkennen des Verwendungszusammenhangs des Textes, also
3. die kritische Prüfung der Textvorlage, also
4. das eigene Urteil zur Textvorlage, also
Der wichtigste Teil einer solchen Erörterung ist die kritische Prüfung des Textes, bei der eine sachliche Auseinandersetzung mit Inhalt, Argumentation, Position und Absicht der Textvorlage bzw. des Verfassers verlangt ist. Diese Auseinandersetzung wird geführt auf der Grundlage der eigenen Auffassung und Wertung (z.B. eines Zeitungsartikels). Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung ist dann eine Beurteilung der Textvorlage bzw. der Verfasserposition. Dabei sind grundsätzlich drei Richtungen möglich:
Entweder stimmt man dem Verfasser zu, oder man lehnt seine Auffassung ab, oder man stimmt nur teilweise zu.
Die Methodik dieser textbezogenen Erörterung ergibt sich fast zwangsläufig: Zuerst muss die Textvorlage erfasst werden (Texterfassung), damit eine Auseinandersetzung mit ihr (Erörterung) möglich wird, diese wiederum bildet die Voraussetzung für die Beurteilung (Urteil). Dieser dreischrittige Haupteil der Erörterung ist bei Klausuren wie bei Schulaufsätzen (wegen des Adressatenbezugs) üblich - eingerahmt von einer Einleitung und einem Schluss. Demnach kann die Methodik der Problemerörterung anhand eines Textes etwa so aussehen:
8. Stoffsmmlung erstellen und gliedern
Wenn du dich für ein Thema entschieden hast, musst du mögliche Gesichtspunkte, Beispiele, Zitate und Belegstellen sammeln.
Nach der Stoffsammlung musst du die Stichpunkte ordnen, um danach eine Grobgliederung zu erstellen. Inhaltlich zusammengehörende Stichpunkte kannst du dir mit dem selben Symbol versehen oder mit der selben Farbe kennzeichnen. Für die zusammengehörenden Gesichtspunkte suchst du dir einen Sammelbegriff oder eine knappe Überschrift.
9. Möglichkeiten der Gedankenführung
10. Überleiten zwischen einzelnen Argumenten
In Überleitungen stellt man Verbindungen zwischen den einzelnen Argumentationsteilen her.
Gewöhnlich leitet man mit dem ersten Satz des folgenden Abschnitts zu einem neuen Gesichtspunkt über. Der Aufsatz liest sich flüssiger und die Gedankenführung wirktüberzeugender, wenn man diesen neuen Gesichtspunkt durch passende Überleitungen, so z. B. durch entsprechende Konjunktionen an den vorhergehenden anknüpft.
Eine anspruchsvollere und elegantere Möglichkeit der Überleitung besteht darin, einegedankliche Brücke zu schlagen. Hierbei wird ein bestimmter Gedanke bzw. ein bestimmtes Stichwort wieder aufgegriffen und in einen anderen/neuen Zusammenhanggebracht.
Bemühe dich um gut ausgearbeitete Überleitungen. Die Wirkung deines Aufsatzeshängt ganz entscheidend davon ab. Einzelne Gedankensplitter werden rasch vergessen, Gedankenblöcke hingegen bleiben viel eher im Gedächtnis haften.
11. Mögliche Formulierungen und Satzphrasen
Hauptteil
Pro-Argumente
Contra-Argumente
neutral
Schluss
12. Häufige Fehler
13. HilfreicheTipps
14. Einteilung der Arbeitszeit
Der Arbeitsaufwand in Bezug auf die einzelnen Arbeitsschritte sollte in etwa wie folgt aussehen:
15. Kriterien der Beurteilung
Bei der Beurteilung einer Erörterung spielen folgende Kriterien eine entscheidene Rolle:
Inhalt
Aufbau
Einleitung
Hauptteil
Schluss
Sprache
16. Beispiele gelungener Erörterungen
In unserem Archiv findest du über 300 fertige Erörterungen zu allen möglichen Themen.
Zum Beispiel:
17. Beispielthemen für eine Erörterung
Hier findest du eine Auflistung von 50 verschiedenen Themen, die sich gut für eine Erörterung eignen.
Zum Beipsiel:
Mit dieser Anleitung solltest Du nun in der Lage sein, eine gute Erörterung zu verfassen! Hilfreich ist auch, wenn du dir ein paar gute von Schülern verfasste Erörterungen durchliest, um ein Gefühl für die Textform zu bekommen.
Viel Erfolg!
Weitere Anleitungen:
( 45 Votes ) |


Kommentare
Danke!
Hallo Marco,
stimmt, wie unter "Aufbau - Schluss" beschrieben. Zum Beipiel kannst du:
- Urteil abgeben
- argumentative Stellungnahme zum Thema
- Forderung erheben bzw. eine sinnvolle Lösung anbieten,
- mögliche Folgen und Konsequenzen dieses Lösungsvorschla gs darstellen.
- Fortführung eines Gedankens aus dem zu erörtenden Text.
- Ausblick in die Zukunft
Aber ganz wichtig: Keine neuen Argumente bringen!!
Diese Seite ist wirklich gut.
Aber muss nicht nach dem Schluss noch ein fazit geschrieben werden?
LG
Morgen Abschlussprüfun g kann kommen..
freu mich wahnsinnig haha XD
da ich abschlussprüfun g schreibe, ist dies hier wirklich eine große hilfe für mich gewesen. also daumen hoch ;)
lg
Ich habe lange im Internet für meine Schüler nach einer ausführlichen Anleitung für Erörterungen gesucht, aber nie eine gescheite gefunden, wo wirklich alles drinnen steht.
Vielen Dank für die Mühe!
Grüße
Verana
Vielen Dank für diese ausführliche Anleitung, sie hat mir sehr bei meiner Erörterung bei der Schularbeit geholfen!
LG